Amsterdam – auf jüdischen Spuren

Tagesfahrt nach Amsterdam

Mehr als 400 Jahre lang gab es jüdisches Leben in Amsterdam. Sie gehörte zu den bedeutendsten jüdischen Zentren in Westeuropa. Die jüdische Bezeichnung für Amsterdam war „Mokum“, was so viel wie „Platz“ im Sinne von „guter Platz“ bedeutete.
Nach der Utrechter Union erhielten 1579 die Bürger/-innen aller niederländischen Provinzen die Glaubensfreiheit garantiert. Das führte dazu, dass in Folge der Vertreibung der Juden aus Spanien sich einige Juden in Amsterdam niederließen. 1593 folgten große Gruppen sephardischer Juden aus Portugal. Viele gehörten den sog. Marranen an, die zwangsweise zum Christentum konvertieren mussten, aber im Geheimen ihrem jüdischen Glauben treu blieben. Die jüdischen Bürger/-innen beteiligten sich am Handel und gehörten zu den Gründern der Niederländischen Ostindien-Kompanie. 1612 konnten sie mit dem Bau einer Synagoge beginnen, 1726 wurde die erste hebräische Druckerei gegründet. Ab 1600 zogen auch (ashkenasische) Juden aus Deutschland nach Amsterdam, später kamen Verfolgte aus Osteuropa dazu. Die Zuwanderungen führten zu einem blühenden und vielfältigen jüdischen Leben.
Das dunkle Kapitel der jüdischen Geschichte in Amsterdam begann mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten. Flohen zuerst viele Juden ins sichere Amsterdam, begannen für alle Juden in den Niederlanden nach der deutschen Okkupation am 10. Mai 1940 auch hier die Verfolgungen. Von den ca. 80.000 Juden überlebten nur etwa 10.000 die NS-Zeit, heute leben in Amsterdam etwa 15.000 Juden.
Wir besichtigen die Portugiesische Synagoge, gehen durch das ehemalige jüdische Viertel und besuchen das Jüdische Historische Museum. Dort endet die etwa dreistündige Tour; der Nachmittag steht zur freien Verfügung. In der koscheren Cafeteria des Museums kann auf eigene Kosten ein Mittagsimbiss eingenommen werden. Abfahrt ab Amsterdam ist um 18 Uhr.

... zum Seitenanfang